St. Joseph

Der starke Zustrom von ausländischen Arbeitskräften ins nördliche Dortmund ab Mitte des 19. Jahrhunderts, ließ verstärkt kath. Leben außerhalb der Stadtmauern entstehen. Da die Propsteikirche im damaligen Dortmund bald zu klein war, wurde für die Katholiken nördlich der Köln - Mindener und Bergisch - Märkischen Eisenbahn 1871 ein Missionshaus mit Vikarswohnung, Schule und Kapelle errichtet.
Am 01. September 1889 wurde der Grundstein für eine neugotische dreischiffige Basilika mit Turm und Dachreiter an der Münsterstraße gelegt. Weihbischof Dr. Augustinus Gockel weihte die Josephskirche am 07. September 1891 ein. Als die Zahl der Gläubigen auf 25.000 anstieg und St. Joseph damit die größte Pfarrei in Dortmund war, wurde es notwendig neue Missionsvikarien und Filialgemeinden zu errichten.
Doch wünschten die dort wohnenden Katholiken bald die Unabhängigkeit. Zwischen 1899 und 1921 wurden sechs Gemeinden abgepfarrt, darunter Hl. Dreifaltigkeit (1900) und Antonius von Padua (1914).

Bei den ersten großen Luftangriffen im Mai 1943 wurden alle kirchlichen Gebäude zerstört, und der Kirchturm stürzte ein. 1953 beschloss man den Wiederaufbau der Kirche, der eigentlich ein Neubau war, denn nur der Turmstumpf konnte einbezogen werden.
Erzbischof Dr. Lorenz Jaeger, der selbst als Seelsorger in den Jahren 1933 bis 1944 in St. Joseph gewirkt hatte, weihte am 13. November 1955 die neue Kirche ein.
Zwischen 1987 - 1991 wurde der Chorraum entsprechend den liturgischen Änderungen, die das Konzil beschlossen hatte, neu gestaltet.

Seit 1992 verlor die Gemeinde pro Jahr fast 100 Mitglieder. Deshalb wurde 1996 zum ersten Mal eine zukünftige Zusammenlegung dreier Gemeinden der Nordstadt erwogen.
Am 01. Mai 2003 wurde der Pastoralverbund Dortmund - Nordstadt - Ost mit den Pfarreien St. Joseph, St. Antonius von Padua und Hl. Dreifaltigkeit gegründet.

Aus: „Die katholische Kirche in Dortmund - ihre Geschichte und Pfarrgemeinden"; 2006; S. 316 - 319